Zwischenwahl in Grootfontein

Saturday 14th of February 2004
Hans Feddersen

Ndangi, muhona! Danke, Chief! So jubelten die Nudo-Anhänger nach dem Gerichtsurteil, daß der Riruako-Splitter an der Zwischenwahl in Groot-fontein teilnehmen darf. DTA-Chef Kaura war unterdessen offensichtlich wenig froh und vielmehr verwirrt. So fielen seine Reaktionen zunächst sogar widersprüchlich aus.

Eine Prognose, was die Wahl in Grootfontein bringen wird, fällt schwer. Seit einiger Zeit ist klar, daß die Wahlbeteiligung mit jeder weiteren Wahl sinkt. Es gibt also erstaunlich viele potentielle Wähler, die - aus welchen Gründen auch immer - nicht am demokratischen Prozeß teilnehmen. Schon in Windhoek-West deutete sich an, daß eine um 10 Prozent höhere Wahlbeteiligung enorme Unterschiede ergeben hätte.

Gehen wir mal von einem Zahlenspiel aus: In Grootfontein (wo der Magistrat der RP die Nutzung des Stadions nach anfänglicher Erlaubnis wieder verbot, weil Präsident Nujoma persönlich dort auftreten wollte), kamen etwa 2000 Anhänger zur „Star-Rally" der Swapo. Allein im Militärlager gibt es 6000 Soldaten. Hätte Swapo nicht mit einigen mehr Teilnehmern rechnen können? Oder mußten 4000 Soldaten zur Sicherheit abgeordnet werden?

Wie oft schon hat man geglaubt, das Wähler-Potential der regierenden Partei sei erschöpft und die Opposition wäre einziger Nutznießer bei höherer Wahlbeteiligung. Aber dann ließen die Wähler ihre Oppositionsparteien im Stich. Und die Opposition selbst schwächt sich durch Unfähigkeiten und Zersplitterung.

Unfähigkeit: Es gibt doch fürwahr genug Themen - von ärztlicher Versorgung bis zum Schulgeld, von Korruption bis hin zu Geldverschwendung für Prestige - mit denen man einen Wahlkampf gestalten könnte. Aber die Opposition ist nicht einmal in der Lage, dem Wähler klare Programme zu bieten.

Zersplitterung: Auch in Grootfontein werden wir gespannt verfolgen, wem die Oppositionsparteien die Stimmen wegnehmen. Der Swapo? Oder doch wieder nur einer anderen Oppositionsgruppe? Nimmt Nudo nach dem Erfolg im Gericht der Swapo Stimmen und Wähler weg - oder doch nur der DTA? So wie einst die CoD der DTA Wähler wehnahm...

1989 hatte die DTA in Grootfontein eine ihrer Hochburgen. Diesmal wird man wenig von ihr hören. Es gab im Vorfeld der Zwischenwahl nur drei „große" Parteien: Swapo, CoD und RP... Der Trend der Wahlergebnisse in Grootfontein ist eindeutig: Swapo wurde immer stärker, die DTA immer schwächer und der CoD schaffte auf Anhieb 12 Prozent. Ihm spricht man am ehesten die Fähigkeit zu, größer zu werden.

Gut, Regionalwahlen scheinen nicht so wichtig zu sein. Spannend wird es erst, wenn ein neues Parlament gewählt wird - und der Präsident zurücktritt. Aber dort, wo die Politik dem Volke am nächsten ist, wo man Kandidaten kennt und als Wähler die besten Möglichkeiten hat, Einfluß auszuüben... dort bleiben die Wähler erstaunlicherweise der Wahlurne fern. Unverständlich... denn die Parteilisten können wir kaum beeinflussen, die direkte Wahl von Kandidaten in abgegrenzten Wahlkreisen kann durchaus unseren Willen spiegeln! Auf geht‘s!

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