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Friday 20th of February 2004 In der vergangenen Woche war ich mit meinen Kindern und Enkeln im Waterberg Rastlager. Auf dem Tresen in der Rezeption ist ein bunt gedrucktes Blatt befestigt, auf dem als Überschrift in großen Lettern steht: „Do not feed the baboons" - [Paviane nicht füttern]. Darauf folgt - kleiner gedruckt - die Aufforderung, Türen, Fenster und Vorhänge stets geschlossen zu halten, damit die Paviane nicht sehen können, dass Lebensmittel in dem Bungalow sind. Ähnliche Warnungen sind deutlich sichtbar in den Bungalows angebracht. Wir verlebten einen friedlichen Nachmittag und Abend in zwei gegenüberliegenden Bungalows und stiegen am nächsten Morgen auf das Plateau. Mein Sohn mit seiner Familie kam etwas vor mir und meinen Töchtern zurück. Er schloss seinen Bungalow auf und ging mit seiner Frau und vier kleinen Kindern hinein. Auf dem Boden lagen Müsli, Rosinen und andere Lebensmittel sowie stinkende Pavianfäkalien verstreut. Mein Sohn sah keine Paviane mehr, hörte aber Bewegung hinter der halbhohen Wand, die den Gang zu den Schlafzimmern von dem Wohn/Küchenraum trennt. Er drängte Frau und Kinder in eine Ecke, um dem Tier die offene Haustür als Fluchtweg frei zu geben. Da kam auch schon ein großes Pavianmännchen über die besagte Wand gesprungen, machte einen Satz von dem Küchentresen auf den Wohnzimmertisch, knallte durch die große Scheibe des Fensters und veschwand - einen Scherbenhagel hinterlassend - unversehrt im angrenzenden Busch. Der Vorhang vor dem großen Fenster mit Blick auf den Küchentresen, auf dem die Vorräte standen, war nicht zugezogen und eines der Schlafzimmerfenster war nur in dem zweiten Spalt des Verschlusshebels eingehakt gewesen, weil ein defekter Gazerahmen das richtige Verschließen des Fensters verhinderte. Die Affen hatten die Vorräte gesehen und den Fensterhebel bearbeitet, bis er aufging, um an die Lebensmittel zu gelangen. Vielleicht hatten sie auch einen jungen Pavian durch ein offenes oberes Fenster geschickt, um das Fenster von innen zu öffnen. Das Personal war sehr freundlich und hilfsbereit und stellte uns kostenlos zwei weitere Bungalows zur Verfügung, warnte uns aber, dass die Paviane uns folgen würden, da sie nun wüssten, dass es Fressbares bei uns gäbe. Das war tatsächlich er Fall. Kaum waren wir in den neuen Bungalows eingezogen, lungerten sie sehr dreist um diese herum und ließen sich nicht verjagen. Ich ging aus unserem Bungalow zu dem meines Sohnes, wo alle 7 Familienmitglieder auf der Veranda beisammen saßen, ließ die Gazetür hinter mir ins Schloss schnappen, die Holztür dahinter jedoch offen stehen. Plötzlich sagte mein Enkel, der mit dem Blick auf die Tür saß: „Die Tür steht ja offen." Ich drehte mich sofort um und sah gerade noch einen jungen Pavian mit einer Plastiktüte mit Äpfeln um die Ecke im Busch verschwinden. Er hatte in kürzester Zeit trotz Schnappschloss die Gazetür geöffnet und das Nächstliegende gestohlen. Die wichtigste Botschaft ist also WÄHREND DES TAGES FENSTER, TÜREN UND VORHÄNGE STETS FEST GESCHLOSSEN ZU HALTEN, auch wenn man selbst im Haus ist. [Paviane gehen nur tags auf Nahrungssuche, nachts müssen sie sich auf Bäumen, unzugängichen Felsbänken oder in Höhlen vor Leoparden in Sicherheit bringen.] Ich möchte vorschlagen, dass die Beamten den Besuchern bereits an der Einfahrt des Parks die besagten Warnblätter geben, mit der mündlichen Aufforderung sie wirklich zu lesen. Wenn die Warnungen nur so an der Wand hängen, ist man geneigt die Überschrift: „Do not feed the baboons" zu lesen und zu denken: Naja, das weiß ich, die Paviane füttere ich sowieso nicht. Die Paviane NICHT zu füttern bleibt zwar wichtig. Der Schaden ist jedoch bereits angerichtet. Sie sind bereits zu oft gefüttert worden. Natürlich ist es possierlich die Paviane mit Leckerbissen zu locken und aus nächster Nähe zu beobachten und zu fotografieren. Die Tiere verlieren dabei jedoch den Respekt vor den Menschen und späteren Besuchern wird die Freude an dem Aufenthalt in dem Rastlager auf die oben beschrieben Weise verdorben. Auch ist es kein Vergnügen, ständig bei geschlossenen Fenstern und Vorhängen leben zu müssen. Dazu fährt man nicht in einen Naturpark. Letztendlich werden die Paviane den Unverstand der Besucher, die sie gefüttert haben, vermutlich mit dem Leben bezahlen müssen. Die Beamten sagten uns, dass die Absicht bestehe, Fenster und Türen der Bungalows am Waterberg zu vergittern. Es ist zu hoffen, dass nur die zu öffnenden Fenster und die Türen vergittert werden, denn es kann dann immer noch passieren, dass die Paviane durch eine offengelassene Gittertür eindringen. Dann steht man unter Umständen im Bungalow einem Pavian gegenüber, der keinen Ausweg sieht und deshalb mit seinem starken Gebiss angreift. Wenn die Scheiben, die sich nicht öffnen lassen, unvergittert sind, kann er sich notfalls wie oben mit einem Satz durch die Scheibe retten. |
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