Zum Wochenende: Kurzurlaub in Botswana

Friday 20th of February 2004
Brigitte Weidlich

Während in Namibia die bittere Debate über die Eintrittsgebühren von Namibia Wildlife Resorts (NWR) über Tagesbesucher der staatlichen Touristenlager weitergehen, lohnt es sich, bei den Nachbarn Schnuppertouren zu unternehmen. Ein Wochenende in Botswana zum Beispiel lohnt sich durchaus, statt von Windhoek 500 Kilometer nach Keetmanshoop zu fahren, führt einen die gleiche Strecke nach Ghanzi in Botswana. Die Campingplätze der privaten Anbieter sind um einiges billiger als beim NWR daheim in Namibia. Der Komfort, was Duschen und andere sanitäre Anlagen betrifft, in etwa gleich oder besser.

In der unmittelbaren Umgebung von Ghanzi, oder Gantsi wie die neuere Schreibweise nun lautet, sind in schönster Kalaharilandschaft mindestens vier verschiedene Campingplätze zur Auswahl. Die Preise liegen zwischen 15 und 30 Pula, der Wechselkurs liegt bei etwa 0.65 Pula:1 N$. Man kann die Ruhe der Steppenlandschaft genießen oder am Abend ins Kalahari Arms Hotel fahren, das komplett renoviert und modernisiert wurde. Die Besitzer sprechen Afrikaans, sind Nachfahren von Farmern im sogenannten Ghanziblock, dem einzigen Gebiet in Botswana wo kommerziell gefarmt wird. Am Tage lohnt sich ein Besuch im kleinen Buschmann-Museum in der Hauptstraße schräg gegenüber vom Hotel.

Nur 40 Kilometer weiter liegt der kleine Ort D’Kar, wo das Kuru Buschmannprojekt angesiedelt ist, auch dort werden Campingplätze angeboten. Rund 200 Kilometer weiter bietet der Ort Maun, der sich erschreckend schnell ausbreitet, ein geradezu unerschöpfliches Angebot für Camping-Touristen. Selbstfahrer-Touristen und die Overlander-Busse haben in den letzten Jahren der Tourismusbranche in Maun großen Aufschwung gebracht. Moderne Tankstellen, mehrere neue Supermärkte, Internet-Cafés sowie zwei neue Hotels am Ortsrand sind in kürzester Zeit entstanden.

Die Weiterfahrt nach Nata in Richtung Francistown lohnt sich, die Straßen sind gut und bei der strengen Kontrolle von 120 Kilomtern die Stunde ist das Autofahren eine Erholung, aggressives Fahrverhalten unbekannt, Esel und Rinder, die sich als Verkehrsteilnehmer betrachten und öfter auf der Straße stehen, drosseln das Tempo. Die endlosen Weiten der Nxai-und Makgadikgadipfannen bieten Natur pur und oft wird man durch den Anblick äsender Giraffen, trabender Strauße und anderen Wildarten belohnt.

Ein Kurztripp ins grüne Botswana jetzt in der Regenzeit ist eine schöne Erholung vom Alltagsstreß.

 

Foto:

Da staunte der riesige Ameisenbär (Orycteropus afer) in Botswana nicht schlecht, als der kleine japanische Kleinwagen aus Namibia seinen Weg kreuzte. Die Begegung der ganz besonderen Art verlief freundschafltich: der überdimensionale Ameisenbär ist aus Zement und weist den Weg zu einer Touristenlodge mit ungewöhnlichem Mobilar.

Foto: Brigitte Weidlich

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