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Thursday 13th of March 2003 Die österreichische Journalistin hatte den Gewerkschaftsführer Risto Kapenda um ein Exklusiv-Interview gebeten am letzten Freitag und fand eine ganze Schar namibischer Kollegen vor, die alle von Kapenda kurzerhand eingeladen waren. Er wolle so verhindern, daß der ORF ihn falsch zitieren werde, so sein Argument. Ihm war egal, daß er so die österreichische Journalistin düpierte. Frank und frei machte der NUNW-Generalsekretär wieder einmal deutlich, wie sehr er die Weißen haßt. Er wiederholte im allgemeinen, was er im vergangenen Jahr anläßlich einer Podiumsdiskussion sagte: “Wenn alle Weißen die Koffer packen würden, gäbe es laute Jubelrufe (ululations) vom Kap bis Kairo”. Kapenda hatte zur Zeit des Unabhängigkeitskampfes neun ganze Jahre in der ehemaligen DDR verbracht. Dort hatte er eine ostdeutsche Staatsbürgerin kennengelernt, mit ihr zusammengelebt und aus dieser Verbindung wurde ein Kind geboren, das heute noch im Osten Deutschlands mit seiner Mutter lebt. Laut eigenen Aussagen hat Kapenda immer noch Kontakt mit den Beiden. Wie stark ihn die DDR-Zeit politisch geprägt hat, beweisen seine Kampfparolen und radikalen Aussprüche. Wer aber neun Jahre unter den Leuten gelebt hat, ,,die sich als Weiße klassifizieren”, hat vielleicht auch eine andere Mentalität und Kultur kennengelernt, Erfahrungen außerhalb des eigenen Umkreises gesammelt. Nicht so der NUNW-Führer. Sein real existierender Sozialismus sieht anders aus. Kapenda will die Weissen in Namibia am liebsten so schnell wie möglich loswerden. Wie die regierende Partei ist auch die NUNW mit Kapenda nicht zukunftsorientiert, sondern weiterhin in der Vergangenheit verhaftet. Anfang Januar 2002 aus der Versenkung geholt, machten die starken –um nicht zu sagen rassistischen – Aussprüche Kapenda schnell bekannt. Ob er aber mehr als Sprüche klopfen kann, muß er noch beweisen. Der strategishce Plan scheint klar: die ersten zehn Jahre seit 1990 war die Arbeiterbewegung relativ zahm und mimte auf nationale Versöhnung. Nun aber werden die Masken fallengelassen. Mehr Streiks, handgreifliche Demonstrationen wie auf Farm Kalkpan, angeführt von Swapokadern und blanker Rassismus sind das wahre Gesicht. Längst schon hat der größte Volksstamm des Landes begehrliche Blicke auf Land südlich der Etoschpfanne geworfen, obwohl seine Mitglieder niemals jenseits der sogenannten Roten Linie angesiedelt waren. Bisher schweigt die Regierung zu den Bemerkungen Kapendas. Die NUNW ist mit der Swapo verbunden, hat sogar eine Stimme im Zentralkomittee. Der Wahlkampf hat schon begonnen. |
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