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Thursday 13th of March 2003 Heute kommt man nur noch vorwärts, wenn man das richtige Parteibuch in der Tasche trägt. Morgen könnte sich das ändern: Dann muß man vielleicht nachweisen, daß man in Okahao geboren wurde. Und übermorgen - Affirmative Action und Loyalität zur regierung seien Dank! - wird man vielleicht die Zustimmung des Herrn Kapia von der Swapo-Jugendliga brauchen, um Beamter werden zu dürfen. Oder wird Herr Risto Kapenda solches bestimmen, der Gewerkschafts-Präsident, der von Demokratie und Verfassungsfragen keine Ahnung hat? Er fordert doch schon wieder die ersatzlose Enteignung von Farmen jener „neokolonialistisch veranlagten Weißen". Ja, lernen die heimlichen Führer unserer Gesellschaft denn nie dazu? Was bedeuten Herrn Kapenda die Sanktionen gegen Simbabwe (wegen mangelhafter Demokratie und Verachtung der Menschenrechte durch einen gewissen Mugabe)? Was bedeuten ihm die Zustände in Ongwediva, wo Toiletten nicht repariert und die Telefonrechnung über N$ 54 000 nicht bezahlt wurde? Oder warum die Kommission für Soziale Sicherheit (SSC) untersucht wird, Air Namibia jedoch nicht... Hat das etwas mit Parteizugehörigkeit zu tun? Nein, wir wollen gar nicht gehässig sein: Mit solchen Dingen hat Kapenda nichts zu tun. Dafür gibt es doch den ehemaligen Exilanten aus Okahao, den HerrnJ unias Etuna Kandjeke, 40 Jahre alt und Auserwählter für den Posten, unseren Rechnungshof zu leiten. (Hierzulande sagt man: Generalbuchprüfer). Aber weder von Rechnungen noch von Buchprüfung hat Kandjeke Ahnung! Wie denn auch? Man schaue sich seinen Lebenslauf an: Ein Jahr BA-Studium an der Karl-Marx-Universität und danach in Gotha. Was mag er in der DDR wohl gelernt haben? Vorbildliche Buchprüfung jedenfalls nicht. Und dann habe er eine O-Level Qualifikation an der Londoner Universität erworben... Wenn uns nicht alles täuscht, ist O-Level im großen Britannien ein Schulabschluß an der Oberschule. Noch schöner ist jedoch, daß Herr Kandjeke in Harare einen Computerkurs belegt hatte: „Locus 1, 2 und 3". Das wird wohl ein kleiner Druckfehler sein. Denn das soll vermutlich „Lotus" heißen. Und vom Lokus haben wir auch schon gehört. Druckfehler können passieren. Aber wer mit seinem CV so schlampig umgeht, darf nicht mit der nationalen Buchprüfung betreut werden! Kandjeke, wie sorgfältig wird er wohl unsere Steuergelder und -Ausgaben überprüfen. Womit wir wieder beim Parteibuch sind: Warum wechseln alte Hasen anderer Parteien zur Swapo? Gehören „Säuberungen" wie unter Krankenschwestern und NBC-Personal auch zu diesem Thema? Man wird doch wohl noch solche Fragen stellen dürfen? |
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