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Sunday 4th of April 2004 In Namibia machen Frauen über 52 Prozent der Wähler aus. Dennoch gibt es in Kreisen der regierenden Partei heftige Debatten über die demokratischen Rechte der Frau. Aus afrikanischer Tradition leitet der Mann gewisse Rechte ab, die zum Teil das „stärkere Geschlecht" weit in seinen Schatten stellen. Seit Namibia ein demokratischer Staat ist - mit geheimen Abstimmungen und gleichem Wahlrecht für alle (also auch für Frauen), sehnt sich so mancher Namibier nach der „guten, alten Zeit" zurück. es ist ja noch gar nicht so lange her, da durften Frauen keine Schecks unterschreiben, und oft ließ der Mann nicht zu, daß sie sich Häuser oder Autos kaufen konnten. - Heute fällt es dem männlichen teil unserer Gesellschaft schwer, die neuen Freiheiten zu „schlucken" denen er sich ausgesetzt sieht. Da hört man Argumente wie „Meine Frau hat alle Freiheiten. Sie darf telefonieren mit wem sie will. Sie darf ein Bankkonto haben. Ich weiß ja doch nicht, mit wem sie per Handy spricht und wohin sie in ihrem Auto fährt. - Da hat sie jedenfalls alle Freiheiten... Aber wehe, wenn sie etwas anderes wählt als ich! Schließlich bin ich ihr Beschützer - und da darf ich wohl auch bestimmen, wo sie ihr Kreuz bei der Wahl zu ziehen hat." Oder: „In der Hütte schläft der Mann näher am Eingang, also schützt er die Frau vor Löwen. Da darf sie doch wohl nicht so frech werden, daß sie eine andere Partei wählt als ich!" Und man findet auch ein gehöriges Maß an Eifersucht: „ Meine Frau hat in der Politik nichts zu suchen. Wie kann ich erwarten, daß ein anderer Mann ihr seine Stimme (und Zustimmung) gibt?" - Am eindrucksvollsten ist da vielleicht die Argumentation eines jungen Herrn, der vielleicht selbst unter dem Druck der Eltern zu leiden hat: „ Die Verfassung garantiert das Recht auf privates Eigentum. - Wenn ich also mit meinem Geld Brot kaufe, ist das mein privates Eigentum. Ich kann und darf also bestimmen, was mit meinem privaten Eigentum zu geschehen hat. .. Wenn ich feststellen muß, daß meine Frau anders wählte als ich, dann kann ich sie doch nicht weiter mit meinem Brot unterstützen!" - So also funktioniert die Demokratie - wenn man das geheime Wahlrecht nicht versteht! |
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