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Saturday 1st of May 2004
Nein,nein, die Furcht vor den Jubiläen kennzeichnenden Kinder- und Familienfotos, die von der einen Partei oft stundenlang begeistert herumgereicht werden, von der anderen häufig gelangweilt zur Kenntnis genommen werden, war bei diesem Klassentreffen unbegründet. Dafür saßen wir ehemaligen Schüler des Matrikjahrgangs 1979 der Deutschen Höheren Privatschule Windhoek am Karfreitag auf der Heja Game Lodge wie festgenagelt hinter dem Projektor, der Lichtbilder aus unserer Schulzeit auf den Bildschirm warf. Es war faszinierend, wie wir mittels dieser Bilder und den sie begleitenden Kommentaren unsere Schulzeit quasi noch einmal erleben durften. Damals waren wir Idealismus versprühende oder nüchterne, akademisch starke oder schwache, soziale oder stille Schüler, die gute Lehrer respektierten und mittelprächtige Pauker zur Weißglut trieben. Heute sind wir Anfang vierzig und haben selbst Kinder, die ihrer jeweiligen Schule ihren individuellen Stempel aufdrücken. Die Bedenken, dass die ehemaligen Schulkameraden beim ,,silbernen" Klassentreffen versuchen werden, wieder wie damals zu sein, wurden ebenfalls zunichte gemacht. Man sprach sich höchstens nostalgisch mit dem Kosenamen an, der in der Schulzeit existiert hatte. Keiner aber schlüpfte in die Rolle des Schülers von damals, hatten wir doch alle inzwischen weitere 25 Jahre Lebenserfahrung dazugewonnen und uns dadurch verändert. Das ,,Wisst ihr noch…."aber schweisste uns als ehemalige Klassengemeinschaft sofort wieder zusammen. Aus unseren beiden Parallelklassen ist nur ein kleiner Teil zum Klassentreffen erschienen. Das tat der Widersehensfreude und der herzlichen Atmosphäre jedoch keinen Abbruch. Allerdings fragt man sich, wie es kommt, dass so manch ein Klassenkamerad oder Lehrer, der in Windhoek und Umgebung wohnt, den kurzen Weg zur Heja Game Lodge nicht gefunden hat, während andere sogar den weiten Weg von Südafrika (Ingeborg), der Schweiz (Irmela), den Vereinigten Staaten (Jörg), Deutschland (Klaus) und England (Volker) nicht gescheut haben. Ihr seid spitze, dass ihr gekommen seid, ohne auf die Kilometerzahl und die Kosten zu achten. Danke auch Klaus, dass du uns deinen Film von unserer Klassenfahrt nach Kapstadt vorgeführt hast. Super war außerdem, dass unser Mathelehrer Ingo Kalpen und unser Chemielehrer Dieter Widmann, die beide gerade aus Deutschland im Urlaub in Namibia waren, sich eine Weile zu uns gesellt haben. Letztgenannter hat uns sogar sein Video von der Lehrersportvorführung zur 70-Jahrfeier der DHPS (1978) vorgeführt. Unser Lateinpauker Günther Wirth konnte nicht dabei sein. Dafür hat er uns unsere damaligen, katastrophalen Lateinnoten unauslöschlich auf die Festplatte gebrannt. Danke auch dir, Bärbel, dass du uns einen Überblick über die Entwicklung an unserer ehemaligen Penne seit unserem Abgang gegeben hast. Ein ,merci’ auch dir, Werner, der du bei der Planung des Treffens die Vermittlerrolle in Windhoek gespielt und außerdem die schwungvolle Kapelle für den Tanz am Abend organisiert hast. Der allergrößte Dank aber gebührt dir, Jörg, der du das Klassentreffen von Florida aus initiiert hat. Jörg, ohne dich hätte dieses Supertreffen nicht stattgefunden. Danke, dankie, thanks, Junge! Ich kann nur sagen: wer nicht dabei gewesen ist, hat etwas verpasst und sollte wenigstens das 30jährige Jubiläum nicht ungerührt vorbeigehen lassen, das im Jahre 2009 bei unserer ehemaligen Klassenkameradin Christina Werner auf ,Elisenheim’ bei Windhoek stattfinden soll. Ich freue mich schon darauf! |
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