![]() |
![]() |
|||||||||||||||
|
Angula fordert Engagement der Deutschsprachigen Saturday 15th of May 2004 Wer zwischen allen Stühlen sitzt, dem kann man den Stuhl nicht mehr unter dem Hintern wegziehen. Vielleicht gibt es tatsächlich deutschsprachige Namibier, die der Präsidentschaftsanwärter Nahas Angula gemeint haben könnte, als er ihnen die politische Apathie bescheinigte. Natürlich gibt es Menschen, denen die Lust an der namibischen Politik - aus welchen Gründen auch immer - längst vergangen ist. Es gibt auch viele, die sich „in die Isolation" der eigenen vier Wände zurückziehen, die mit Hilfe von Deukom mehr über internationale Politik und die Bundesliga wissen als über z. B. die Kommunalwahlen in 44 Gemeinden Namibias. Nur: Über den Einsatz der Deutschsprachigen als Gruppe und insgesamt kann man sich kaum so äußern, wie es Nahas Angula tat: „Ich bin nicht ganz sicher, ob unsere weißen Mitbürger die Verantwortung mittragen wollen ... Brecht aus der Isolation aus und werdet Teil des größeren Namibia". Das trifft die Deutschsprachigen mitten ins Herz: Seid einig, einig, einig - mit mir! Dann ist Einigkeit nämlich etwas ganz Schönes. Vermutlich hat der Minister sogar etwas dagegen, daß gerade die Deutschsprachigen in fast allen Parteien und Gruppen zu finden sind? Und eben nicht in beispielhafter Einigkeit seine (die regierende) Partei unterstützen. Denn das ist klar: Manche wollen doch gar nicht in der regierung sein! Sie gehören lieber zu jenen, die die Forderungen stellen, die die Regierenden ja doch nicht erfüllen können.. So beschränkt sich die (übrigens verdammt kleine) Gruppe der Deutschsprachigen darauf, in geschlossener Zerstrittenheit ihrem Tagesgeschäft nachzugehen. Und der Herr Minister sollte daran denken, daß der Beitrag dieser Gruppe (die ja zum Teil nicht einmal an Wahlen teilnehmen darf) doch ganz beachtlich ist. Nur eine Frage: Welche andere Sprachgruppe kann von sich behaupten, in den meisten Parteien und Bürgerinitiativen vertreten zu sein? Herr Minister und Präsidentschaftskandidat, es gibt auch Deutschsprachige, die zur namibischen Karnevalskultur beitragen - und solche, die mit diesem „Humor auf Bestellung" nichts am Hut haben. So werden auch nicht alle Interesse an der Bundesliga (oder an Ihrer Partei) haben. Und an der Politik auch nicht. Denn Politik ist suspekt. Wenn zum Beispiel einer kommt und sagt: „Wir müssen die Steuern senken", gibt ihm der Politiker Recht. Wenn dann einer sagt: „Wir müssen mehr Geld ausgeben, damit sich das Volk freut und wählt", dann gibt ihm der Politiker gern Recht. Dann sagt ein Dritter: „Wir dürfen um Himmels willen keine Schulden machen". Auch diesem Wähler gibt der Politiker Recht. Und dann sagt ein Wähler: „Sie können doch nicht jedem Recht geben", Und auch dann sagt der Politiker: „Ja, Sie haben Recht". Was soll uns dieses sagen? Der Mensch ist leicht verwirrt, wenn er die wechselhafte Politik verstehen soll. Man wünscht sich tatsächlich öfter mal, daß die Deutschsprachigen sich etwas mehr engagieren, - aber dann hat man wieder das Gefühl: So, wie man sich um diese Gruppe kümmert - und wie man sie behandelt (was man über sie sagt; etwa bei Veranstaltungen der regierenden Partei) ist eine rege Teilnahme am namibischen Geschehen eigentlich nicht zu erwarten. Wer geht schon gerne hin, wenn ihm dort ständig so genannte „Fehler der Vergangenheit" vorgehalten werden. Und wenn man das Gefühl haben soll, daß einem durch Affirmative Action sämtliche Chancen genommen werden. Und daß Versöhnung nur zum Stichwort wird, wenn es einer anderen Gruppe gefällt. Herr Minister und Präsidentschaftskandidat! Vielleicht sollten Sie froh sein, daß die kritisierte Gruppe eben nicht als einige Gruppe in aktibver Geschlossenheit auftritt! Bitte, nehmen Sie an der Wahl teil! |
|||||||||||||||
![]() |
Plus online by Plus Weekly |
![]() |
||||||||||||||





