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Sunday 23rd of May 2004 Die Stadtratswahlen sind vorbei. Noch gibt es Proteste, daß mit Blreistift gewählt wurde (ein Phänomen, das seit der Unabhängigkeit noch niemand plausibel erklären konnte - es sei denn, man darf demnächst zur Identifizierung ein Radiergummi mitbringen). Es gibt auch Proteste, weil mancherorts noch lange nach 21 Uhr gewählt wurde. Und weil 150 Senioren im Altenheim Huis Potgieter heute noch auf das mobile Wahllokal warten, das ihnen versprochen worden war. Nun kann jeder wieder seinem Tagwerk nachgehen... Nein halt! Wir werden uns nochmals darum kümmern müssen, daß jeder Wahlberechtigte im November an die Urne geht. Denn dort, wo die Wahlbeteiligung hoch lag, hatten Oppositionsparteien das beste Ergebnis. Natürlich nicht in Walfischbucht (30 %) und Windhoek (34 %). Schade, denn das darf man ruhig feststellen: Die Wahl der Kommunalverwaltungen (also jene Form des politischen Zeugnisses für Politiker, bei der Otto Normalverbraucher sein Mitspracherecht am deutlichsten spürt) zeigte deutlich, daß sich ein demokratischer Pluralismus herausbildet. Glänzendes Beispiel: Henties Bay, wo die Bürgerinitiative so stark wie die regierende Partei war - und nun mit der UDF koalieren kann. Solche Koalitionen sind auch im Hinblick auf die Parlamentswahlen interessant (siehe Kommentar Seite 2). In Henties Bay gaben übrigens knappe 80 % der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Das ist in jeder Hinsicht erfreulich. Und so fragt man sich, wo die Wähler der größeren Orte waren, als sie zum politischen Engagement aufgefordert waren. Man kennt die Ausreden, daß sich die Wählerschlangen zu langsam bewegten, daß man „keine Zeit" dafür habe, daß die Stimme des Einzelnen gegen die „Diktatur der Masse" keine Chance hat... Aber wir wissen auch, wie schnell und heftig Themen wie etwa „Staatspalast" (berechtigt) und „Landreform" (berechtigt) kritisiert werden. Ob diese Kritiker genau so gut informiert sind, wenn es darum geht, eine „schnellere" Wählerschlange zu identifizieren? Oder ist man einfach faul und an Bequemlichkeit erstickt? Noch bleibt ein Hoffnungsschimmer, daß sich jeder auf sein politisches Recht (und die Pflicht) besinnt, denn Meckern allein bringt noch keinen Wandel - dort wo er am nötigsten erscheint. |
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