Vor 108 Jahren hingerichtet

Tuesday 22nd of June 2004
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Am vergangenen Wochenende veranstalteten die Ovambanderu (Kommando der grünen Flagge), die zur Herero-Sprachgruppe gehören, eine Gedenkfeier zu Ehren ihres Häuptlings Kahimemua Nguvauva in Okahandja. Rund 1000 Menschen waren gekommen, auch um den Ehrengast, Landminister Pohamba zu hören. Die deutsche Botschaft war nicht eingeladen worden, ebensowenig die unabhängigen Medien. Kahimemua hatte sich zur deutschen Zeit Samuel Herero, der von Governeur Leutwein zum Oberhäuptling dere Herero gemacht worden war - in der Hererotradition bis dato unbekannt - nicht anerkannt. Als Samuel einen Grenzvertrag mit den Deutschen abgeschlossen hatte, waren die Weidegebiete der Herero sehr reduziert. 1896 erhoben sich die Khauas-Nama im Osten gegen die deutsche Kolonialherrschaft und mit ihnen einige Herero und Ovambanderu. Angeblich sollen Kahimemua und sein Berater Nikodemus die Anstifter gewesen sein. Laut der Ovambanderu soll Samuel ganz bewußt Kahimemua bei den Deutschen angeschwärzt haben, um den Widersacher loszuwerden. Am 11. Juni 1896 wurden er und Nikodemus von einem Kriegsgericht für schuldig befunden. Am 12. Juni wurden beide von einem Schutztruppenkommando erschossen, obwohl das Datum auf dem Grabstein den 11.6. angibt. Seitdem existiert ein Bruch zwischen den Herero und Ovambanderu Das Grab liegt im Westen von Okahandja.

Foto: Häuptling Munjuku Nguvauva der Ovambanderu, ein Nachkomme des 1896 erschossenen Kahimemua Nguvauva, führt die Prozession in Okahandja an. Foto: Brigitte Weidlich

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