Der Blick ins Gästebuch

Tuesday 22nd of June 2004
PLUS

„Es kommen sehr viele aufregende Leute her," sagt Gesa Oldach. und darauf kann sie seit nunmehr zehn Jahren stolz sein. Denn im Gästehaus OL-GA steigen wahrhaftig „Exoten" ab: zum Beispiel der Radfahrer, ein Italiener, der von Maputo über Maun nach Walvis Bay fuhr - insgesamt 3400 Kilometer also. Er kam „völlig erschöpft" in Windhoek an und machte eine Pause im Haus OL-GA.

Oder die Geologen aus Prag, die in Namibia eine Glasfabrik aufbauen möchten. Oder die Reisegruppe der Universitäten Potsdam und Köln.

Um alle kümmert sich Gesa Oldach, die allerdings im August drei Wochen fehlen wird; suie reist zum 100. Geburtstag ihres Vaters nach Deutschland. „Diese Betreuung ist mir eine Herzenssache".

Egal, woher die Gäste kommen, ob sie Fischer aus Alaska sind. An alle erinnert sich die Gastgeberin gern. Etwa an die Dozentin aus Botswana, die den Tod von drei ihrer Studenten beklagte (alle an den Folgen von HIV/Aids gestorben): „Wozu unterrichten wir sie jahrelang?"

Eine Frau aus Indonesien, die sich kaum von ihrem dritten Mann getrennt hatte, telefonierte stundenlang „mit dem vierten", der allerdings in San Francisco wohnte. „Sie bezahlte aber jedes Gespräch pünktlich".

Aus allen Teilen der Welt kommen die Gäste nach Windhoek: aus Brasilien, Polen. Kenia, Spanien, Frankreich, Simbabwe, USA, Alaska, Neuseeland...

Es hat sich rumgesprochen, daß Erno Gauerke sogar auf russisch seine Gäste unterhalten konnte.

Natürlich gibt es immer wieder spannende Erlebnisse aller Art. So war im Jahre 2000 eine Gruppe Franzosen, die trotz aller warnungen zu Fuß den Heimweg von Joe‘s Beerhouse zurücklegte, tatsächlich überfallen worden. Rucksäcke und Uhren wurden Danielle und Alain gestohlen. Trotz blutender Wunden versuchte Alain, über das Tor zu klettern. Weit und breit kein Krankenwagen und keine Polizei. Aber nach guter Behandlung auf der katholischen Notstation konnte die Safari fortgesetzt werden.

Und eines morgens fand Gesa Oldach im Honeymoon-Zimmer eine künstliche Rose mit einem zuckersüßen Dankesbrief.

Die Gastgeberin kann sich auch über Touristen aus Japan, Nepal und dem Iran unterhalten. Sie alle haben in einmaligen, besonderen Beiträgen ihren Dank im Gästebuch verewigt.

Es bleibt kein Klischee: „Palästinenser haben mich als weiße Frau bisher am wenigsten ernst genommen."

Da ergänzt der Gast Seyfarth, der gerade hinzu kommt: „Und Araber sind in ihrem Rassenhaß nicht zu schlagen".

Wir unterhalten uns. Der Gast aus Köln befindet sich seit 2001 regelmäßig im Afrika südlich des Äquators. Bei der Sonnenfinsternis im Juni 2001 hat er eine Sambierin kennen gelernt, mit der er nun im Auto via Ägypten nach Deutschland reisen möchte. Zunächst wird er aber noch drei Wochen in Botswana und Mosambik zubringen. Auch dieser Gast schw?2rmt von Haus OL-GA: „Ich wurde im Kaokoveld sehr krank - da hat Frau Oldach alles in Bewegung gesetzt, bis ich richtig verpflegt werden konnte."

Kurz: Der Gast soll sich wohl und zufrieden fühlen.

back
 

Plus online by Plus Weekly
Publisher: Feddersen Publications cc.
email : info@namibiaplus.com
Tel: +264 (0)61 233635
Fax: +264 (0)61 230478
P.O.Box 21506
Windhoek
Namibia