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Tuesday 22nd of June 2004 Man sollte der namibi-schen Regierung nicht verübeln, daß sie ab und zu den Drang nach etwas Luxus verspürt. Dieser Tage wurde eine Liste veröffentlicht, welcher Minister oder hoher Beamte was für Zulagen für seine Möbel bekommt. N$ 640 monatlich - so schnell werden die Möbel doch nicht abgenutzt! Der Herr Premierminister bekam als Start sogar Möbel für N$ 100 000. Wir tun das doch gerne für jene, die sich täglich um ein besseres Leben für ihre Untertanen bemühen... Im Vergleich zu anderen Politikern sind unsere noch recht preisgünstig. Simbabwes First Lady befindet sich zur Zeit im Kapstädter Luxushotel Arabella Sheraton, wo ihr Zimmer pro Nacht N$ 3000 kostet. Man hat die arme Frau in der Vergangenheit heftig kritisiert, weil sie so gerne viel Geld beim Einkaufsbummel verschwendet. Im vergangenen Jahr gab sie an zwei Tagen in Johannesburg N$ 100 000 aus. Und auch damals war der Simbabwe-Dollar relativ wertlos. Ganz nebenbei könnte ja ein frecher Journalist auf die Idee kommen, leise nachzufragen, ob prominente Simbabwer nicht Spenden in einen Fonds für den Ankauf von Farmen für Landreform zahlen möchten. Aber Spaß beiseite! Simbabwe braucht selbst jeden Cent!! Mugabe hat doch gerade12 Kampfbomber und 100 Militärfahrzeuge aus China bestellt. Die Kosten dürften 200 Millionen britische Pfund betragen. Natürlich regt sich die Opposition darüber auf. Schließlich hat sie nichts von dem Abkommen gewußt - bis die Summe im Quartalsbericht des Verteidigungsministeriums erschien. Wohlgemerkt: Es wurden keinerlei Preisangebote eingeholt. Während Mugabe betont, er dürfe aufgrund des Waffenembargos nicht in Europa oder Amerika einkaufen, mausert sich China zum größten Militärlieferanten in Afrika. Kriege gibt es auf dem Kontinent schließlich in Hülle und Fülle: Sudan, Uganda, DRC, Nigeria... Nur die Welt nimmt kaum Kenntnis. Simbabwe hatte im Kongo mehr als 10 000 Soldaten stationiert - und nun fehlt es an Ersatzteilen für die Fahrzeuge. Die Inflationarate liegt bei mehr als 400 Prozent. Die Arbeitslosigkeit wird bei 70 Prozent angesiedelt. Die teure Anschaffung für das Militär soll angeblich gegen alle Formeln der UNO verstoßen, die eine Relation von Waffen zum Haushalt, Nahrungsmitteln und Lebensqualität sieht. Aber das stört die Regierung in Harare nicht: Sie behauptet, daß eine ernste Gefahr aus dem Süden (Südafrika) droht. Südafrika hat schließlich auch mehrere Milliarden in die Aufrüstung gesteckt. Es ist jedoch anzunehmen, daß mit dem militärischen Gerät potenzielle Wähler der Opposition eingeschüchtert werden sollen. Und China lacht sich ins Fäustchen... Solange Simbabwe zahlt...!!??? |
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