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Tuesday 22nd of June 2004 Mittwoch, kurz vor 20 Uhr: Mit Spannung hat man den ganzen Tag auf diese wichtige Rede des Präsidenten gewartet. Niemand weiß, worum es gehen wird. Vermutungen werden laut: Aha, ein Wechsel im Kabinett bahnt sich an... Pustekuchen. Das ganze Theater mündet in einer Erklärung zur Landreform. Noch eine Erklärung. Denn in der letzten Zeit häufen sich Erklärungen zu diesem Thema, das so naiv angepackt worden war, daß schon nach kurzer Zeit niemand mehr wußte, was denn nun eigentlich in Einzelheiten wichtig und richtig ist. Auch am Mittwoch entsteht sofort die Frage, was der Präsident wohl damit bezweckt, daß er einen Farmer sogar namentlich erwähnt. - Dann aber sollte man diese Rede genauer unter die Lupe nehmen. Schließlich war die Politik der nationalen Versöhnung in letzter Zeit erheblich strapaziert worden. Da forderten Leute den „Kampf" - und prompt reagierte die Regierungszeitung: „Gebt ihnen den Kampf!" Und obwohl Nujoma wieder einmal von der Minderheit „rassistischer kommerzieller Farmer" sprach und alle warnte, die davon träumen könnten, Namibia auf dem Lande, über Wasser oder in der Luft anzugreifen: Seine Rede war versöhnlich („Das Leben und der Besitz von Namibiern und Besuchern ist gesetzlich geschützt!"). Namibia sei groß genug, alle Bürger zu beherbergen. Und es sei genug Boden für produktive Landwirtschaft vorhanden. Außerdem betonte Nujoma, welche rechtlichen Regelungen die Enteignung von Farmen begleiten, seit es 1991 die nationale Konferenz über Bodenreform gab. Die Möglichkeit einer Enteignung sei nicht neu. Die Landreform sei schon lange als sensitive Angelegenheit mit weit reichenden Konsequenzen erkannt worden. - Nun gut, die Rede enthielt nicht viel Neues und auch keinerlei Einzelheiten, mit denen die Sorgen einiger betroffener Farmer abgeschafft wären. Aber wenn sich Nujoma schon die Mühe macht, zur besten Sendezeit im Fernsehen und im Rundfunk aufzutreten, dann hätte er durchaus viel schärfere Worte benutzen können. Er blieb erstaunlich ruhig. Und so bleibt die Erkenntnis, daß er sich wohl ernsthaft bemüht hat, die Flammen zu löschen statt neue Feuer zu schüren. |
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