Erste Vorschau auf Wahllisten

Friday 23rd of July 2004
Hans Feddersen

Die Wahlen rücken immer näher. Bevor der Weihnachtsmann uns in diesem Jahr reichlich bescheren wird, werden wir die „schöne Bescherung" in der Politik erleben. Interessant ist bei Wahlen immer, wer einem da wohl von den Parteien als Kandidat angeboten wird.

Das ist fürwahr das Interessanteste - nicht nur für alle Neugierigen.

Und schon geht das Kulissenschieben los. In diesen Tagen - wo ansonsten herzlich wenig Wichtiges geschieht (wenn man mal um dias Tauziehen im Hinblick auf die Olympiateilnahme absieht), gibt es zunehmend Gerüchte über zukünftige Kandidaten. Denn man darf von einem Generationenwechsel im Parlament ausgehen.

Natürlich sich demokratische Wähler auch etwas abgeschreckt worden. Daß in Ongwediva kurzerhand Kandidaten ausgewechselt wurden, gefällt den wenigsten. Daß in Karibib und Usakos die gewählte Opposition eine Teilnahme an Sitzungen der Stadträte boykottiert, weil sie vermutlich „nicht verlieren darf", das verwundert viele Wähler.

Die Tatsache, daß in der nächsten Zeit im ganzen Lande die Suche nach geeigneten Kandidaten beginnt, birgt neue Gefahren für unsere junge Demokratie: Werden sich enttäuschte Verlierer von der Politik im allgemeinen abwenden und nicht mehr zur Wahlurne gehen? Wie demokratisch finden partei-interne Kandidatenwahlen überhaupt statt? Seit der Sonderkongreß der Swapo im Mai, auf dem Pohamba Präsidentschaftskandidat der regierenden Partei wurde, beobachtet man „Strafmaßnahmen" gegen Hamu-tenya-Unterstützer. Am vergangenen Wochenende wurde Ambrosius Kandjii aus der Jugendliga ausgeschlossen. Er wollte gegen Gouverneurin Laura McLeod (Omaheke) antreten. Die Region Omahekle war es auch, in der sich Hamutenya und Mbuende angeblich in den Wahlkampf eingemischt haben sollen (was zu ihrer Entlassung aus dem Außen-ministterium führte).

Beobachter stellen fest, daß „Säuberungsaktionen" zunehmen könnten. Wer Hamutenya unterstützte, soll nicht mehr zum Zuge kommen.

In dieser Lage wird besonders wichtig sein, was Hamutenya politisch vorhat. Bleibt er im politischen Abseits? Wartet er auf das Ende von Pohambas ersten Amtstermin? Nimmt er als unabhängiger Präsidentschaftskandidat an den Novemberwahlen teil? Oder schließt er sich gar der stärksten Oppositionspartei an (Ben Ulengas CoD)?

Unterdessen lacht sich Paulus Kapia ins Fäustchen: Er könnte für zwei Monate noch vor den Parlamentswahlen als Abgeordneter ins Hohe Haus nachrücken. Denn sein Name erscheint als nächster auf der Swapo-Liste. Und es gilt, Rick Kukuri zu ersetzen, der als Direktor an die afrikanischen Entwicklungsbank in Tunesien 5 geht. Gut gebrüllt, Löwe Kapia!

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