Mit Energie aus der Steckdose

Friday 30th of July 2004
Hans Feddersen

„ Der hat ja gar keinen Auspuff!" Das Personal am Flugplatz Eros kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. „Wenn der nicht bis nach Ondangwa fahren kann, wird er wohl auch nicht geklaut!"

Die Rede ist vom Original-UNO, den Franz Schwendler (Elektrik) und Lothar Böttcher (Mechanik) umgebaut haben. Er fährt mit Strom aus der Steckdose, nicht mit Benzin. Umweltschonend, Benzin sparend. Ein Auto für die Stadt.

14 Batterien zu je 12 Volt sorgen für den Elektro-Antrieb. Dazu wurde der 4-Sitzer zum 2-Sitzer umgebaut, denn 11 dieser Batterien mußten im hinteren Gepäckraum untergebracht werden. Dennoch blieb dort genug Platz für ein Reserverad. Unter der Kühlerhaube befinden sich 3 Batterien, Computer, Vakuumpumpe. Die Beschleunigung ist gut. Das Gewicht der Batterien (jede wiegt 26 Kilogramm) ist keineswegs ideal. Aber in der Schweiz werden Kondensator-Batterien gebaut, die federleicht sein sollen und lebenslänglich funktionstüchtig sein werden. Für die Zukunft ist gesorgt.

Die Kupplung (und das Getriebe) ist weggefallen. Der Fahrer betätigt einen kleinen Hebel (vor oder zurück) und kann per Bordcomputer ablesen, wie voll die Batterien sind. Die Reichweite des Fahrzeugs: 30 bis 50 Kilometer, bei einer Spitzengeschwindigkeit von 90 km/h (wie gesagt: Das Gewicht der Batterien ist ein Nachteil). In zwei bis drei Stunden können die Batterien an der Steckdose geladen werden.

Zwei Jahre lang haben die Pioniere an Wochenenden gearbeitet. „Eine Heidenarbeit", bestätigt Lothar Böttcher. Das Produkt kann sich sehen lassen... gerade in einer Zeit, wo Benzin immer teurer wird und die Umwelt geschützt werden soll.

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