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Der Bürger blutet - und wählt loyal... Friday 30th of July 2004 Das Leben wird immer teurer. Natürlich wird man der Regierung die Schuld daran geben. Denn wer sonst sorgt dafür, daß Geld in Umlauf kommt und bleibt? Wer sorgt dafür, daß Steuergelder korrekt verwendet werden? Und wer sorgt dafür, daß sich die Bürger wohlfühlen - um von ständig besserer Lebensqualität ganz zu schweigen? Tja, nun geht es nicht mehr nur den städtischen Einwohnern an den Kragen... Die Farmer sind ja bereits verunsichert. Jetzt sind auch die Autofahrer dran. Der Benzinpreis wird in den nächsten drei Jahren um 60 Prozent steigen (und das hat nichts mit internationalen Produktionen oder Wechselkursen zu tun). Die Abgabe für den Straßenfonds stiegen im Juli um 20 Prozent; im nächsten Jahr kommen weitere 25 % , ein Jahr später wieder 15 % hinzu. Autolizenzen steigen in den nächsten drei Jahren um 60 Prozent. Man will mit solchen Geldern die Straßen instand halten. Der Bürger muß bluten. Was bekommt er für sein Geld? Wie sieht es aus, wenn Demonstrationen gegen erhöhte Stromtarife stattfinden (wie in Keet-manshoop) oder gegen die wasserlose Zeit in Okakarara. Werden Steuergelder vielleicht aus dem Fenster geworfen? Und warum spricht man von Landreform-Punkt. Statt ein Programm für den Zusammenhang zwischen Landreform und wirtschaftlichem Aufschwung vorzulegen? Schaden nicht sogar hohe Firmensteuern oder VAT dem angeblichen Aufschwung, von dem wir nur träumen dürfen? Da fängt man an, von einer Opposition zu träumen. Schwungvoll soll es am Wochenende beim Parteitag der Kongreßdemokraten zugehen. Die Gerüchteküche brodelt: Soll Ben Ulenga wegen seiner „Unbeweglichkeit" abgelöst werden? Oder nimmt man ihm tatsächlich übel, daß er über eine neue Opposition (aus den Koalitionsparteien UDF, CoD, DTA) nachgedacht hat? Schlägt jetzt vielleicht die Stunde von Nora Schimming-Chase, oder kann sich Namibia noch keine Frau in solch exponenter Stellung vorstellen? Auch die DTA hat mit Elan ihr Vorgehen angekündigt, das zur Nominierung des Präsidentschaftskandidaten und der Parlaments-Liste führen soll. Es kribbelt auch in der regierenden Swapo. Da ruft der Präsidentschaftskandidat Pohamba sein Fußvolk zur Solidarität auf. Fürchtet er ein Absinken der hohen Prozentsätze, die seine Partei bisher immer einfahren konnte? Solange namibische Demokratie noch nicht über Themen und Grundsätze nachdenkt (sondern über Persönlichkeiten und Ethnizitäten), solange braucht sich der zahlende Bürger keine Hoffnungen zu machen: Das Leben wird immer teurer. An dieser Spirale wird sich so schnell nichts ändern - auch wenn wir den Gürtel schon so eng schnallen, daß „es" uns zum Hals herauskommt. Schade, schade! |
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